Die Erhebung, aus der der Kurzreport entsteht. Rund zwei Stunden, ohne jeden Kundenzugang. Sechs Ebenen, jede mit Befehl und Bewertungsmassstab.

Ausgefülltes Beispiel: fairtransform Kurzreport · Grosse Fassung: Vollreport

Die Trennung, auf die es ankommt

Befund ist, was ein Befehl ausgibt. Bewertung ist, was wir daraus schliessen. Im Bericht steht beides getrennt — sonst lässt sich später nicht prüfen, wo ein Irrtum passiert ist.


A · Zugang — kommen die Maschinen überhaupt hinein?

A1–A2 · Regeldatei lesen

curl -s https://DOMAIN/robots.txt

Nach zwei Gruppen suchen: Suchcrawler (OAI-SearchBot, Claude-SearchBot, PerplexityBot, Applebot, Amzn-SearchBot, Googlebot, Bingbot) und Trainingscrawler (GPTBot, ClaudeBot, Google-Extended, Applebot-Extended, CCBot, Bytespider, Amazonbot, meta-externalagent).

GrünSuchcrawler frei; Trainingscrawler bewusst geregelt, egal in welche Richtung
Gelbgar keine Einträge — die Absicht ist nicht erkennbar
Rotein Suchcrawler gesperrt

Ebenfalls prüfen: Sitemap:-Zeile vorhanden? Fehlt sie, ist das ein eigener Punkt für Ebene 3.

A3–A4 · Der Test, den fast niemand macht

Die Regeldatei ist nur die Absichtserklärung. Der Server kann etwas anderes tun.

for ua in GPTBot ClaudeBot PerplexityBot Perplexity-User OAI-SearchBot ChatGPT-User \
          Claude-SearchBot Claude-User Applebot Googlebot Bingbot Bytespider \
          CCBot Amazonbot meta-externalagent Google-Extended; do
  printf "%-22s %s\n" "$ua" \
    "$(curl -s -o /dev/null -w '%{http_code}' -A "$ua" https://DOMAIN/)"
done

Denselben Durchlauf gegen /robots.txt wiederholen. Bekommt ein gesperrter Dienst auch dort 403, kann er nicht erfahren, dass er erlaubt wäre — Anthropic warnt in der eigenen Dokumentation genau davor.

PerplexityBot ist ein Suchcrawler, kein Trainingscrawler

Trotz des Namens. Perplexity dokumentiert ausdrücklich, dass er nicht für Trainingsdaten verwendet wird. Er steht regelmässig auf Sperrlisten, die Hoster von Haus aus mitliefern. Wer ihn sperrt, ist in Perplexity unsichtbar. Im Piloten war genau das der Fall. → fairtransform

Womit das Sperren nichts kostet und womit es teuer wird:

Sperre kostet nichtsSperre kostet Sichtbarkeit
GPTBot · ClaudeBot · Google-Extended · Applebot-Extended · CCBot · Bytespider · Amazonbot · meta-externalagent · Diffbot · omgiliOAI-SearchBot · Claude-SearchBot · PerplexityBot · Applebot · Amzn-SearchBot · Googlebot · Bingbot · ChatGPT-User · Claude-User · Perplexity-User

Wichtig zu Google: KI-Übersichten in der Suche laufen über Googlebot, nicht über Google-Extended. Wer Google-Extended sperrt, verliert dort nichts — Google sagt das selbst.

A5–A7 · Rest der Ebene

curl -sI https://DOMAIN/ | grep -iE "^(HTTP|location|server|cf-)"
curl -s https://DOMAIN/ | grep -iE 'name="robots"|rel="canonical"'
curl -sL https://DOMAIN/sitemap.xml | grep -c '<loc>'
curl -s -o /dev/null -w "%{http_code}\n" https://DOMAIN/llms.txt

Zu llms.txt: Von 38’000 Domains mit gültiger Datei erhielten 97 % in einem Monat null Abrufe; für nicht vorhandene Dateien kam kein einziger Abruf durch einen KI-Dienst. Anlegen ist billig, als Sichtbarkeitsmassnahme verkaufen wir es nicht.


B · Auslieferung — sehen die Maschinen den Inhalt?

Der wichtigste Punkt der ganzen Liste, weil belegt: kein grosser KI-Crawler führt JavaScript aus (Auswertung von rund 940 Mio. Zugriffen).

curl -s https://DOMAIN/SEITE \
  | sed -e 's/<script[^>]*>.*<\/script>//g' -e 's/<[^>]*>/ /g' | tr -s ' ' | wc -c
Grünüber 3’000 Zeichen Text im rohen Quelltext einer Inhaltsseite
Rotwenige hundert — der Inhalt entsteht erst im Browser und existiert für KI-Dienste nicht

Ebenso prüfen: Inhalt hinter Aufklappern oder Reitern schon im Quelltext? Cookie-Hinweis vor dem Inhalt? Weiterleitungsketten? Antwortzeit unter einer Sekunde?


C · Struktur — ist der Inhalt entnehmbar?

curl -s https://DOMAIN/SEITE | grep -oiE '<h[1-3]' | sort | uniq -c

Belegt aus der Auswertung von 18’012 nachverfolgten Zitaten:

MerkmalBefund
Position auf der Seite44 % der Zitate stammen aus dem ersten Drittel
Überschriften in Frageform78 % der frageerzeugten Zitate stammen aus Überschriften — das Modell liest die H2 als Frage und den Folgeabsatz als Antwort
Definitorische Sprache„X ist…”, „X bezeichnet…” — fast doppelt so häufig in zitierten Passagen
Dichte an Eigennamenstark zitierter Text 20.6 %, normaler Text 5–8 %
Position im Absatz53 % aus der Absatzmitte — die Regel „wichtigster Satz zuerst” gilt für den Artikel, nicht für den Absatz

Ausserdem: echte <ul>, <ol>, <table> statt nachgebauter <div> · jede Zahl mit Quelle und Datum · sichtbares Aktualisierungsdatum.

Was wir dazu nicht behaupten

„Nummerierte Listen: 2.7× mehr Zitate”, „Tabellen schlagen Fliesstext”, „2–4× häufiger zitiert” — für keine dieser Zahlen existiert eine Primärquelle. Sie stammen aus Werbetexten von Werkzeuganbietern. Die Richtung ist belegt, die Grössenordnung nicht.


D · Strukturierte Daten — mit realistischer Erwartung

Prüfen über search.google.com/test/rich-results und validator.schema.org.

Der Befund, der den meisten Angeboten widerspricht

In einer Auswertung von 730 KI-Zitationen war die blosse Anwesenheit strukturierter Daten ohne messbare Wirkung (p = .296). Bei Google-Treffern lag die Verbreitung bei zitierten und nicht zitierten Seiten praktisch gleich — 43.1 % gegen 44.8 %.

Messbar war eine Ausnahme: Seiten mit gefüllten harten Faktenfeldern — Preis, Bewertung, technische Angaben — wurden zu 61.7 % zitiert gegen 41.6 % ohne (p = .012). Der Effekt war am stärksten bei schwachen Domains, also genau bei unserer Zielgruppe.

Praktischer Schluss: Strukturierte Daten als Träger entnehmbarer Fakten — ja. Als „GEO-Massnahme” an sich — nein. Das gehört so ins Angebot. → GEO-Pakete · Zielgruppe

Mindestens prüfen: Organization mit Adresse, Kontakt und sameAs · Person bei Autorenseiten · gültiges ISO-8601-Datum · @id zeigt auf die eigene Seite, nicht auf die Startseite.


E · Aussenwirkung — der unterschätzte Teil

PrüfpunktWie
Erwähnungen auf fremden SeitenExakte Suche nach "Markenname" -site:domain.ch · Semrush oder Ahrefs
Verweisbestand und HerkunftsländerSemrush-Verweisbericht
Wikipedia und Wikidatadirekt nachsehen
YouTube-NennungenYouTube-Suche nach dem Namen
Einheitliche Firmenangaben über VerzeichnisseStichprobe

Belegt über 75’000 Marken: Markenerwähnungen auf fremden Seiten (0.66–0.71) und YouTube-Nennungen (0.71–0.74) hängen rund dreimal stärker mit KI-Sichtbarkeit zusammen als Verlinkungen (0.22).

Als Zusammenhang, nicht als Ursache. Starke Marken bekommen beides. Die Zahl beweist nicht, dass zusätzliche Erwähnungen zusätzliche Zitate erzeugen — und so gehört sie in den Bericht.

Beim Verweisbestand auf Spam prüfen. Auffällige Muster: viele neue Verweise in wenigen Tagen · Ankertexte mit „buy backlinks”, „pbn”, „casino” · Herkunftsländer, die nicht zur Zielgruppe passen. Keine Gegenmassnahme empfehlen — Google ignoriert solche Verweise und rät von einer Entwertungsliste ab. Beobachten und dokumentieren. → fairtransform


F · Messung einrichten — erst ab dem Vollreport

Search Console plus Domain-Property · Bing Webmaster Tools, seit 11.02.2026 mit „AI Performance”: die einzige Quelle, die zeigt, welche Nutzerfrage die eigene Seite als Beleg gezogen hat · GSC-Bericht zu generativen KI-Funktionen, seit 03.06.2026, nur an einen Teil der Websites ausgerollt · Server-Protokoll auf Crawler-Zugriffe, abgeglichen gegen die IP-Listen der Anbieter · Verweis-Segment in der Statistik für chatgpt.com, perplexity.ai, claude.ai, copilot.microsoft.com, gemini.google.com · fixes Fragenset, 15–20 Fragen, schriftlich, jeden Monat gleich.

Was die Messwerkzeuge für KI-Sichtbarkeit wirklich tun

Sie schicken selbstgewählte Fragen an die Modelle und werten die Antworten aus. Das ist eine Stichprobe aus Modellantworten, kein Messwert echten Nutzerverhaltens. Wer die Fragen wählt, bestimmt das Ergebnis; Zahlen verschiedener Anbieter sind nicht vergleichbar.

Echtes Verhalten messen nur: Search Console, Bing Webmaster Tools, Server-Protokoll und die Verweisquellen der eigenen Statistik.


Werkzeuge

Gratis, reicht für den Kurzreport: curl · Screaming Frog bis 500 URLs · search.google.com/test/rich-results · validator.schema.org · pagespeed.web.dev · httpstatus.io · developer.mozilla.org/en-US/observatory · technicalseo.com/tools/hreflang · Ahrefs AI Visibility Checker und HubSpot AI Search Grader, beide ohne Konto.

Kostenpflichtig, eine Position: Otterly.ai ab USD 29 im Monat für 15 Fragen — günstigster ernsthafter Einstieg, mit offener Programmierschnittstelle. Alternativen: Rankscale ab USD 20, HubSpot AEO USD 50, Peec AI ab USD 80. Profound und Scrunch beginnen bei USD 250 und sind für unsere Zielgruppe nicht zu rechtfertigen.

Ab dem zweiten Kunden: Screaming-Frog-Lizenz, rund GBP 259 im Jahr.

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