Der Bericht nach der Zusage. 10–15 Seiten, 4–6 Stunden zusätzlich zur Aussenerhebung. Enthält den Kurzreport vollständig — plus alles, was Kundenzugänge sichtbar machen.

Ausgefülltes Beispiel: fairtransform Vollreport · Kleine Fassung: Kurzreport · Erhebung: Aussenerhebung Prüfliste


Wozu dieser Bericht da ist

Er hat drei Aufgaben gleichzeitig, und die dritte wird meist vergessen:

  1. Diagnose — was ist los, mit Beleg
  2. Auftragsgrundlage — was tun wir, wie lange, was soll sich bewegen
  3. Der eingefrorene Ausgangswert — ohne ihn ist jede spätere Erfolgsaussage wertlos

Aufgabe 3 entscheidet über alles Spätere

Wer den Ausgangswert erst nach der ersten Massnahme festhält, kann hinterher nichts belegen. Wer ihn nachträglich anpasst, kann sich jedes Ergebnis herbeirechnen. Kapitel 2 wird nach der Freigabe nie wieder verändert — Korrekturen kommen als datierter Nachtrag.

Die Messlatte: Swiss Shift liefert für CHF 490 vier schriftliche Artefakte und wirbt mit „Nach dem Audit hast du kein Bauchgefühl, sondern Artefakte.”01 Swiss Shift


Die neun Kapitel

1 · Zusammenfassung

Eine Seite. Für jemanden, der nur diese Seite liest — und das ist oft der Entscheider.

  • Ein Absatz: worin das Problem im Kern besteht, ohne Fachbegriffe
  • Tabelle „Die wichtigsten Befunde” — drei bis vier, je mit „warum das zählt”
  • Tabelle „Die ersten Massnahmen” — je mit Aufwand und der Zahl, die sich bewegen soll
  • Absatz „Was Sie erwarten dürfen — und was nicht”, inklusive der statistischen Grenze
  • Gesamtaufwand und Zeitraum

2 · Ausgangslage — eingefroren am ‹Datum›

Alle Zahlen des Basiszeitpunkts in Tabellen: Besucher · Suchleistung, aktueller gegen Vorperiode · technischer Ausgangswert · KI-Sichtbarkeit.

Immer Vorperiode danebenstellen. Ein Einzelwert ist nicht interpretierbar.

3 · Auffindbarkeit heute

Indexierung mit Ursachen · Impressionen, Klicks, Klickrate, Position — getrennt je Sprache und Gerät · die auffälligsten Einzelseiten.

Hier wird gerechnet, nicht behauptet

Der häufigste Fehler: „Seite auf Position 5 ohne Klicks — also ist das Suchergebnis schuld.” Erst die Impressionen ansehen. Bei 11 Impressionen im Halbjahr ist null Klicks der Erwartungswert, keine Anomalie. Eine Massnahme, die dort ansetzt, ist bezahlte Beschäftigung.

Ebenso: Der Suchanfragenbericht deckt bei kleinen Websites oft unter 10 % der Impressionen ab. Aggregierte Aussagen daraus sind unzulässig — den Deckungsgrad ausrechnen und hinschreiben.

4 · Auffindbarkeit durch KI-Assistenten

Der Messwert · welche Werkzeugzahlen irreführend sind · woraus die Assistenten ihre Antworten bauen · Crawler-Zugang · wer stattdessen genannt wird.

Zwei Fallen in den Messwerkzeugen

„Share of Voice 100 %” bedeutet oft: alle hinterlegten Mitbewerber haben auch null. Das ist kein Vorsprung, sondern ein leeres Feld. Immer prüfen, ob die Vergleichsanbieter überhaupt die richtigen sind — Werkzeuge schlagen sie automatisch vor und liegen dabei regelmässig daneben.

Und die Messmethode selbst benennen: Diese Werkzeuge schicken selbstgewählte Fragen an die Modelle. Das ist eine Stichprobe aus Modellantworten, kein Messwert echter Nutzeranfragen. Wer die Fragen wählt, bestimmt das Ergebnis. Zahlen verschiedener Anbieter sind nicht vergleichbar.

Crawler-Zugang nach Zweck trennen — das ist der Punkt, den fast alle falsch machen:

ZweckBeispieleSperre kostet
TrainingGPTBot · ClaudeBot · Google-Extended · Applebot-Extended · CCBot · Bytespider · Amazonbot · meta-externalagentnichts an Sichtbarkeit
SuchindexOAI-SearchBot · Claude-SearchBot · PerplexityBot · Applebot · Amzn-SearchBot · Googlebot · BingbotUnsichtbarkeit in genau diesem Dienst
Live-AbrufChatGPT-User · Claude-User · Perplexity-UserSeite kann nicht als Beleg einer laufenden Antwort dienen

PerplexityBot ist trotz des Namens ein Suchcrawler — Perplexity dokumentiert ausdrücklich, dass er nicht für Trainingsdaten verwendet wird. Er landet regelmässig auf mitgelieferten Sperrlisten von Hostern. Ein Fund, den kaum jemand macht.

Zu llms.txt gilt eine feste Sprachregelung: Anlegen ist billig und schadet nicht — aber es gibt keinen Beleg, dass ein grosser Anbieter sie liest. Von 38’000 Domains mit gültiger Datei erhielten 97 % in einem Monat null Abrufe. Das gehört in den Bericht, nicht in die Rechnung.

5 · Technischer Befund

Host-Eindeutigkeit und Canonical · Sitemap und Indexierungssignale · strukturierte Daten · Suchergebnisse · Sprachversionen · Ladezeit · Handlungsziel.

Je Befund: was wir gemacht haben, was herauskam, was es bedeutet. Statuscode oder Quelltextzitat dazu.

Und ein Abschnitt „Was ausdrücklich nicht das Problem ist”. Was gut ist, wird benannt und nicht bearbeitet. Das kostet einen Absatz und erspart die Frage, warum wir für Selbstverständliches Geld nehmen.

6 · Wettbewerbsvergleich

Drei bis fünf vergleichbare Seiten. Wenn ein KI-Werkzeug im Einsatz ist: wer stattdessen zitiert wird, mit Anteil. Nur die strukturell vergleichbaren Fälle sind der Massstab — eine Behördenseite ist für einen Kleinbetrieb kein Vorbild.

Belegt gegen unbelegt trennen. In diesem Feld wird sehr viel behauptet:

BelegtUnbelegt
Kein grosser KI-Dienst führt JavaScript aus — serverseitiges Ausliefern ist Vorbedingung„Nummerierte Listen: 2.7× mehr Zitate” und ähnliche Multiplikatoren
Die Google-Platzierung ist der stärkste einzelne Zitationsfaktor — klassische Auffindbarkeit bleibt die Basisdass llms.txt die Sichtbarkeit verbessert
Zitierte Passagen stehen meist im ersten Drittel, sind definitorisch und stehen unter Frage-Überschriften„frische Inhalte: 4.3× mehr Zitate” — ohne Primärquelle
Generische strukturierte Daten wirken nicht; attributreiche mit harten Fakten messbar schondass Erwähnungen Zitate verursachen — belegt ist nur der Zusammenhang

7 · Massnahmen

Sortiert nach Wirkung geteilt durch Aufwand, nicht nach technischer Reihenfolge.

WelleWas passiertAufwandWelche Zahl sich bewegen sollSichtbar nach
0 · NullmessungAusgangswerte einfrieren · fehlende Konten einrichten · Vollcrawl‹›sofort
‹weitere›‹›‹›‹›‹›

Vier Pflichtangaben je Massnahme: was · wie lange · welche Kennzahl sie bewegen soll · wann das messbar ist. Fehlt die dritte, ist es keine Massnahme, sondern eine Tätigkeit.

Welle 0 kommt immer zuerst, und jede Welle wird einzeln und datiert freigeschaltet. Zwei Wellen gleichzeitig heisst: hinterher weiss niemand, welche gewirkt hat.

8 · Messdesign — und woran das Vorhaben scheitert

Die statistische Ehrlichkeit gehört an den Anfang des Kapitels

Bei kleinen Zahlen ist die Frage nicht „ist es besser geworden”, sondern „könnten wir es überhaupt erkennen”.

Faustregel: unter rund 25 Klicks im Basiszeitraum sind Klicks kein Erfolgskriterium. Das 95-Prozent-Intervall auf die Basiszahl ausrechnen und hinschreiben. Gemessen wird dann an Indexierung und Impressionen — Zahlen, die gross genug sind, um eine Aussage zu tragen.

Frühindikatoren (1–6 Wochen, deterministisch) — Indexierung, Sitemap-Abdeckung, strukturierte Daten, Crawler-Zugang, Seiten mit Beschreibung, KI-Nennungsquote. Spätindikatoren (8–26 Wochen, fragil) — Klicks, Klickrate je Seite, Position, Besucher, Ziele.

Wo möglich: ein Split statt eines blossen Vorher-Nachher. Die Top-20-Seiten behandeln, die Ränge 21–40 acht Wochen unverändert lassen. Beide Gruppen erleben dieselbe Saison und dieselben Updates. Kostet null zusätzliche Stunden und ist die einzige Konstruktion, die eine Ursachenaussage erlaubt.

Gegen Fehlschlüsse: Update-Kalender ins Protokoll · kein Messpunkt während eines laufenden Rollouts · Saisonalität prüfen, bevor ein Verlust einer Ursache zugeschrieben wird · drei bis fünf Fremdseiten als Marktreferenz.

Woran wir dieses Vorhaben als gescheitert bezeichnen würden

Fünf bis sechs Bedingungen, vor der ersten Massnahme aufgeschrieben. Je eine mit Zahl und Frist. Dazu die Liste „Ausdrücklich kein Erfolg” — Bewegungen, die wir nicht als Ergebnis verkaufen.

Das ist der Abschnitt, den sonst niemand hat

Von rund 60 erhobenen Anbietern schreibt keiner vorher auf, woran sein eigenes Projekt scheitern würde. Billig zu liefern, unmöglich vorzutäuschen, und die exakte Umsetzung der publizierten Position: „Wir messen sie, wir versprechen sie nicht.”Grenzen und Stop-Regeln

9 · Was wir nicht tun

Tabelle mit Begründung je Zeile. Immer dabei: keine Platzierungsversprechen · keine rechtliche Beurteilung · nichts, was nachweislich nicht wirkt. Dazu die kundenspezifischen Ausschlüsse aus Kapitel 5. → Grenzen und Stop-Regeln

Abschluss · Wie dieser Bericht entstanden ist

Datum der Einfrierung · Datum der technischen Prüfung · verwendete Zugänge · Werkzeuge · bekannte Lücken.

Ein Bericht ohne bekannte Lücken hat sie nicht gesucht. Lücken benennen, terminieren und Welle 0 zuordnen.


Vor der Freigabe

  1. Trägt Kapitel 1 allein? Jemand, der nur diese Seite liest, muss entscheiden können
  2. Hat jede Zahl Quelle und Datum?
  3. Hat jede Massnahme eine Kennzahl, die sie bewegen soll?
  4. Stehen die Misserfolgskriterien drin — mit Zahl und Frist?
  5. Ist die statistische Grenze ausgerechnet, nicht nur erwähnt?
  6. Ist Kapitel 2 wirklich eingefroren?
  7. Ist ein Abschnitt „was nicht das Problem ist” enthalten?
  8. Wurde jede zugelieferte Zahl selbst nachgeprüft?

Punkt 8 ist nicht optional

Im Piloten waren drei von vier Behauptungen einer Zuarbeit falsch — und sie hätten alle im Bericht gestanden. Eine falsche Zahl im Kundenbericht kostet mehr als die Stunde Nachprüfung. → fairtransform

Kurzreport · Aussenerhebung Prüfliste · GEO-Pakete · SichtbarkeitsFlow