Ein ehrliches Nein schützt die Referenz. Diese Notiz ist die eine Stelle, an der steht, wo Schluss ist — alle Bausteine und Branchennotizen verlinken hierher.
1. Was wir grundsätzlich nicht anbieten
Diese Liste ist Teil der Positionierung, nicht ihre Kehrseite. Sie macht das Angebot kaufbar, weil sie das Risiko für den Kunden begrenzt.
| Nicht im Angebot | Grund |
|---|---|
| Allgemeine KI-Beratung ohne konkreten Prozess | Ohne benennbaren Ablauf kein prüfbares Ergebnis — und kein Grund, warum der Kunde zahlt |
| Ersatz oder Neubau von CRM, ERP, PIM oder Shop | Lange Zyklen, hohe Abhängigkeiten, falsche Kompetenz |
| Autonome Kundenkommunikation | Kein automatischer Versand, keine verbindlichen Preise, keine Rechnungs- oder Zahlungsaktionen |
| Automatisierte Kaltakquise als Produkt | Rechtlich heikel und reputativ riskant |
| Erfolgsgarantien | Weder Zeitersparnis noch Umsatz noch Neukundenzahl lassen sich seriös zusagen |
| Rechts-, Steuer- oder Datenschutzgutachten | Andere Berufsqualifikation. Die technische Grundlage liefern wir — die Bewertung nicht |
| Eigenes Modelltraining, Computer Vision, Predictive Maintenance | Braucht saubere historische Daten, Sensorik, Fachvalidierung und lange Integration |
| „KI-Agenten” ohne feste Aufgabe | Unklare Erwartung, schwer testbar, schwer wartbar |
Stattdessen: Datenflüsse, Zugriffe und Schutzmassnahmen technisch darstellen. Messgrössen vorher definieren, nachher messen, Ergebnis offen berichten. Klar abgegrenzte Prozessverbesserung mit definierten Übergabepunkten.
2. Wann wir einen Kundenprozess ablehnen
Diese Regeln gelten unabhängig davon, wie gern man den Auftrag hätte.
| Signal beim Kunden | Warum ablehnen oder umlenken |
|---|---|
| Erwartung autonomen Versands an Endkunden | Widerspricht dem Produkt. Nicht verhandelbar |
| Besonders schützenswerte Personendaten (Gesundheit, Religion, Strafverfahren, biometrische Daten) | Anderer Sorgfaltsmassstab, nicht als Erstpilot geeignet |
| Der Prozess löst unmittelbar Zahlungen, Buchungen oder Vertragswirkungen aus | Ein falscher Vorschlag verursacht direkten Schaden |
| Keine benennbare verantwortliche Testperson | Ohne fachliche Freigabe kein prüfbares Ergebnis. Kein Ersatz möglich |
| Weniger als etwa 20 reale Beispielfälle verfügbar | Zu wenig Grundlage für Schema und Qualitätsurteil |
Kommt eines dieser Signale, ist die richtige Antwort nicht ein kleinerer Umfang, sondern ein anderer Prozess beim selben Kunden — oder ein Nein.
3. Die zwei Schutzregeln im Code
Das Modell wird angewiesen, im Entwurf keine Preise und keine Zusagen zu schreiben. Eine Anweisung ist keine Garantie. Deshalb prüft die Validierung zusätzlich:
- Enthält der Entwurf einen Betrag (
CHF,Fr., Zahl plus Währung)? → Warnhinweis für die prüfende Person - Enthält er eine Preis-, Termin- oder Lieferzusage? → Warnhinweis
Termine hat Eric ergänzt — der Bericht nannte nur Preis- und Lieferzusagen. → Erics Rückmeldungen
Abbruchpunkt im Test: Wird irgendwo eine Adresse, ein Datum oder ein Preis erfunden, ist der Ablauf nicht übergabefähig. Prompt und Validierung nachschärfen, erneut testen.
3b. Die Sonderregel für Bausteine mit Aussenwirkung
AnrufFlow und ChatFlow sprechen direkt mit der Kundschaft des Kunden. Damit stehen sie scheinbar gegen die Regel „keine autonome Kundenkommunikation”. Die Auflösung ist eine harte Grenze, die im Angebot steht:
Aufnehmen und qualifizieren ja. Zusagen nein.
| Erlaubt | Verboten |
|---|---|
| Anliegen aufnehmen und strukturieren | Preise nennen oder schätzen |
| Nach fehlenden Angaben fragen | Termine ausserhalb freigegebener Slots zusagen |
| Aus freigegebenen Quellen mit Fundstelle antworten | Machbarkeit oder Lieferzeit zusichern |
| Öffnungszeiten und Zuständigkeit nennen | Verträge oder Aufträge bestätigen |
| Bei Unsicherheit an einen Menschen übergeben | Weiterreden, wenn etwas unklar ist |
| Ansagen, dass ein Assistent spricht | Den Eindruck erwecken, ein Mensch zu sein |
Der Freigabepunkt verschiebt sich. Bei den Strukturieren-Bausteinen prüft ein Mensch jeden Fall vor der Ausgabe. Hier ist die Ausgabe das Gespräch selbst — die Kontrolle liegt deshalb vorher: im eng gefassten Gesprächsrahmen, in den freigegebenen Slots und in der Übergaberegel bei Unsicherheit. Das ist ein anderes Sicherheitsmodell und muss dem Kunden so erklärt werden.
Die Transparenzpflicht ist keine Höflichkeit. Der EDÖB verlangt, dass Nutzende erfahren, ob sie mit einer Maschine kommunizieren. → Marktdaten Schweiz 2026
3c. Was wir nicht nachbauen
Ein Befund aus der Nachrecherche, der mehrere Automationen betrifft: Für manche Aufgaben gibt es fertige Schweizer Produkte, und der Kunde besitzt sie oft schon.
| Bereich | Was Standardsoftware kann |
|---|---|
| QR-Rechnung, eBill, Zahlungsabgleich | bexio, Abacus, Banana, Klara |
| Offerte, Aufmass, Nachkalkulation im Handwerk | Fertige Produkte am Markt |
| Ausschreibungs-Suchabos | Die Beschaffungsplattform selbst, kostenlos |
| Mitgliederverwaltung, Beitragsrechnungen | Etablierte Vereinslösungen |
Dort ist unsere Leistung anbinden und einrichten, nicht nachbauen. Das ist ehrlicher, schneller und trotzdem bezahlt — und es ist genau das, was Prüffrage 2 unten schon immer verlangt hat. → Wettbewerb 2026
4. Was pro Kunde geprüft werden muss
Gehört in jeden Prozess-Check — nicht in die Angebotskalkulation:
- Welche Datenarten sind beteiligt? Sind Personendaten dabei, und wenn ja welche?
- Welche Zugriffe sind nötig — und welche lassen sich enger fassen? Grundsatz der geringsten Rechte, nie den gesamten Mandanten indexieren
- Wo liegen die Daten während und nach der Verarbeitung? Wie lange werden sie aufbewahrt?
- Wer darf Ergebnisse sehen, wer darf freigeben?
- Welche Wirkung ist irreversibel und muss gesperrt bleiben?
- Welche vertraglichen Vorgaben hat der Kunde gegenüber seinen eigenen Kunden?
Diese Prüfung ist technisch, nicht rechtlich. Sie stellt Datenflüsse, Zugriffe und Schutzmassnahmen dar. Die rechtliche Bewertung gehört zu einer qualifizierten Fachperson. Zu keinem Werkzeug wird behauptet, es sei „datenschutzkonform”.
Eric ergänzt: „Datenschutz-Thema, gehört in unsere AGBs/Verträge” — und fragt: „Was genau gehört da in entsprechende Verträge rein?” Unbeantwortet. → Offene Entscheidungen Punkt 7
5. Sieben Fragen vor jedem neuen Werkzeug
Bevor ein Tool abonniert, integriert oder einem Kunden vorgeschlagen wird:
- Welchen konkreten Prozessschritt verbessert es? („Es extrahiert Felder aus einer Anfrage” — nicht „es macht KI”.)
- Gibt es beim Kunden bereits ein System, das dasselbe kann? Wenn ja: dort integrieren, keine Schattenplattform aufbauen.
- Wer prüft das Ergebnis? Eine namentlich benannte Rolle.
- Welche Daten werden übertragen? Nur notwendige, dokumentiert.
- Wie wird Qualität getestet? Historische oder anonymisierte Fälle plus Abnahmekriterien.
- Was passiert bei Fehlern? Review, Fehlerstatus, Retry oder Abbruch, verantwortliche Person.
- Ist der Baustein beim nächsten Kunden wiederverwendbar?
Eric ergänzt eine achte: Werkzeuge lösen Kosten aus, „und diese MÜSSEN begründet werden”.
6. Abbruchkriterien für die Startstrategie
Damit aus Beharrlichkeit kein Selbstbetrug wird:
- Zehn warme Gespräche ohne einen verkauften Prozess-Check → das Problem ist die Zielgruppe oder das Angebot, nicht der Preis. Neu entscheiden, nicht härter verkaufen.
- Drei Absagen aus demselben Grund → dieser Grund ist die eigentliche Information.
- 60 Tage ohne bezahlten Auftrag → grundsätzlich neu bewerten, mit echten Gesprächsdaten.
Branchenspezifische Grenzen stehen jeweils in der Branchennotiz — besonders eng bei 12 Treuhand und Buchhaltung, 14 Food und Getraenke, 17 Agrarwirtschaft und Landhandel, 18 Personalvermittlung und 20 Gesundheits- und Therapiepraxen.
Herleitung: Der Gesamtbericht Kap. 5.4, 8.6, 8.11, 11.1–11.3, 11.5 · Ergänzungen 3b und 3c aus der Nachrecherche vom 27.08.2026 → Wettbewerb 2026 · Marktdaten Schweiz 2026