Kernproblem beim Kunden: Öffentliche Aufträge werden verpasst, weil niemand täglich die Plattform durchsucht. Oder es werden zu viele Meldungen abonniert und dann keine gelesen.

Liefermuster: Beobachten · Reifegrad: machbar

Hochgestuft in der Besprechung vom 31.08.2026

Erics stärkstes Interesse von allen Bausteinen: „sehr interessant”. Neu im Umfang: eine Reminder-Funktion. Eine Ausschreibung wird „angenommen”, danach erinnert das System an die Eingabefrist.

Vor der Weiterarbeit zu klären, alles bei Manuel:

  • Welche Plattformen sind relevant, über die Beschaffungsplattform des Bundes hinaus?
  • Welche Bereiche: Handwerk, Dienstleistungen, IT? Womöglich unterschiedliche Plattformen je Branche
  • Gibt es dort Schnittstellen?

Der Reminder verschiebt die Abgrenzung: Bisher stand unter „nicht enthalten” ausdrücklich „Fristenüberwachung mit Verlasscharakter”. Eine Erinnerungsfunktion ist nahe daran. Die Grenze muss neu formuliert werden: erinnern ja, einstehen nein. → Pendenzen

Einheiten: Aufwandsmodell · Preise: Preismodell · Begriffe: Glossar


Was der Kunde sieht

Statt einer täglichen Trefferliste bekommt er wenige, geprüfte Meldungen: Diese Ausschreibung passt zu Ihnen, weil Leistung, Region und Grössenordnung stimmen. Und hier sind die Fristen, Eignungskriterien und die Punkte, die Sie vermutlich nicht erfüllen.

Der Unterschied zu einem kostenlosen Suchabonnement ist nicht die Suche, sondern die Vorprüfung der Unterlagen und die ehrliche Einschätzung, ob sich eine Bewerbung lohnt.


Drei Beispiele aus der Praxis

Erfundene Betriebe, realistische Abläufe. Gedacht für das Kundengespräch: Sie zeigen, was sich im Alltag ändert, nicht, wie es technisch funktioniert.

Beispiel 1 · Elektroinstallateur mit Gemeindeaufträgen

Heute. Er hat vor zwei Jahren ein kostenloses Suchabo eingerichtet. Seither kommen jeden Morgen zwölf bis fünfzehn Meldungen: Strassenbau, Schulhausreinigung, Softwarebeschaffung, alles gemischt. Nach drei Wochen hat er begonnen, sie ungelesen zu löschen. Die Sanierung des Gemeindehauses hat er so verpasst und aus der Zeitung davon erfahren.

Mit dem Baustein. Zuerst wird sein Eignungsprofil festgehalten: welche Leistungen, welche Kantone, welche Auftragsgrössen, welche Referenzen und Zertifikate er vorweisen kann. Danach bekommt er zwei bis drei geprüfte Meldungen pro Woche, jeweils mit Begründung („passt, weil Leistung, Region und Grössenordnung stimmen”), den Fristen, den geforderten Nachweisen und dem Hinweis, welche Eignungskriterien er vermutlich nicht erfüllt.

Was der Betrieb davon hat. Er liest drei Meldungen statt hundert. Und die drei liest er wirklich.

Grenze: Wir garantieren nicht, dass keine relevante Ausschreibung übersehen wird. Die Fristenkontrolle bleibt beim Betrieb.

Beispiel 2 · Gartenbau- und Unterhaltsbetrieb, 9 Mitarbeitende

Heute. Von Aufträgen der öffentlichen Hand (Grünpflege, Winterdienst, Bepflanzung) erfährt er über Bekannte. Bewirbt er sich, dann meist auf den letzten Drücker und ohne die geforderten Nachweise beisammen.

Mit dem Baustein. Der Filter läuft auf Unterhaltsleistungen in seinen Gemeinden. Zu jeder passenden Ausschreibung sieht er vorab, was verlangt wird: Referenzobjekte, Maschinenpark, Nachweise zu Anstellungsbedingungen, Termine für Begehung und Eingabe.

Was der Betrieb davon hat. Vier saubere Bewerbungen im Jahr statt einer zufälligen. Und er merkt früh, wenn ihm ein Nachweis dauerhaft fehlt. Diese Information bekommt er sonst erst mit der Absage.

Grenze: Wir schreiben die Bewerbung nicht. Wir liefern die Grundlage für die Entscheidung, ob sich eine lohnt.

Beispiel 3 · IT-Dienstleister, 15 Mitarbeitende

Heute. Öffentliche Aufträge wären interessant, aber die Unterlagen umfassen achtzig Seiten. Die Vorprüfung kostet einen halben Arbeitstag der Geschäftsleitung. Und sie endet oft mit der Erkenntnis, dass eine Zertifizierung verlangt wird, die der Betrieb nicht hat.

Mit dem Baustein. Aus den Unterlagen werden die Eignungskriterien, Zuschlagskriterien, Fristen und geforderten Nachweise herausgezogen, jeweils mit der Fundstelle im Dokument, damit sich alles nachschlagen lässt. Aus dem halben Tag wird eine Entscheidung in zwanzig Minuten.

Was der Betrieb davon hat. Der Aufwand landet bei den Ausschreibungen, bei denen er eine Chance hat.

Grenze: Die Entscheidung, ob eingereicht wird, und die Kalkulation bleiben unternehmerisch. Das nimmt ihm niemand ab.


Die fünf Schritte

B1 · Eignungsprofil festlegen

Was macht der Betrieb wirklich, in welchen Regionen, in welcher Grössenordnung, mit welchen Referenzen und Zertifikaten? Daraus entstehen die Filterkriterien: Leistungscodes, Kanton, Auftragsvolumen, Vergabeart.

B2 · Anbindung

Die Beschaffungsplattform des Bundes, der Kantone und Gemeinden stellt seit Dezember 2023 eine vollständige Schnittstelle bereit. Kostenlose Suchabonnements mit täglicher Benachrichtigung gibt es ebenfalls. Der Wert liegt nicht im Zugang, sondern im Filter.

B3 · Relevanzbewertung

Jede Meldung wird gegen das Eignungsprofil geprüft und eingestuft: passt · prüfenswert · passt nicht, jeweils mit Begründung und Fundstelle in der Ausschreibung.

B4 · Unterlagen-Vorprüfung

Bei passenden Fällen: Anforderungen, Abgabefristen, geforderte Nachweise, fehlende Angaben und Prüfpunkte herausziehen. Deckt sich technisch mit DocFlow.

Freigabe zwingend. Die Entscheidung, ob eine Bewerbung eingereicht wird, ist unternehmerisch. Wir liefern die Grundlage, nie die Entscheidung.

B5 · Turnus und Nachschärfung

Wöchentliche oder tägliche Meldung. Nach vier bis sechs Wochen wird der Filter anhand der Rückmeldungen nachgeschärft. Dieser Schritt macht aus einem Suchabo eine Leistung.


Aufwand

ManuelEricZusammen
MVP (Anbindung, Filterlogik, Bewertungsraster, Meldeformat)0.75–2 PT0.75–1.5 PT1.5–3.5 PT
Erster Kunde0.25 PT0.5–0.75 PT0.75–1 PT
Wiederholung0.15 PT0.35–0.85 PT0.5–1 PT
Laufende Betreuung0.2 PT0.1 PT0.3 PT / Monat
KlasseS

Setzung, nicht validiert.

Preisbänder

WegPaketBand
A · FixpreisEinrichtung mit EignungsprofilCHF 1’400–2’800
B · MonatlichMeldung mit VorprüfungCHF 390–790 / Monat

Sinnvoll fast nur als Monatspaket. Eine einmalige Einrichtung ohne laufende Meldung bringt dem Kunden wenig.

Drittkosten: Plattformzugang kostenlos. Automationsplattform anteilig, Modellkosten im Rappenbereich je geprüfter Ausschreibung. → Kosten Dritter 2026

Variationen

VarianteZusatzWann
Weitere Portale+1–2 PT je PortalPrivate Ausschreibungen, Bauplattformen
Bewerbungsentwurf vorbereiten+2–3 PTGliederung und Nachweisliste, nie der Inhalt
Mehrere Sparten getrennt+0.5 PT je SparteBetriebe mit mehreren Gewerken
Verbandslösung+2–4 PTEin Filter für mehrere Mitglieder → 22 Gemeinden und Vereine

Voraussetzungen

Ein klar beschreibbares Leistungsprofil und eine Person, die die ersten 20–30 Bewertungen gegenliest. Ohne diese Rückmeldung bleibt der Filter grob.

Was ausdrücklich nicht enthalten ist

  • Erstellen oder Einreichen von Angeboten
  • Rechtliche Beurteilung von Vergabeverfahren oder Beschwerden
  • Kalkulation oder Preisempfehlung
  • Zusicherung, dass keine relevante Ausschreibung übersehen wird
  • Fristenüberwachung mit Verlasscharakter

Stop-Regeln

  • Der Kunde verlässt sich allein auf unsere Meldung und führt keine eigene Kontrolle
  • Es geht um Rechtsmittel gegen einen Vergabeentscheid
  • Der Betrieb hat noch nie an einer öffentlichen Ausschreibung teilgenommen. Dann fehlt das Eignungsprofil, und der Filter wird beliebig

→ Grenzen und Stop-Regeln

Konkurrenzhinweis

Kommerzielle Anbieter für Ausschreibungs-Monitoring existieren bereits, teils mit KI-Analyse der Unterlagen. Dieser Baustein ist deshalb eher ein Zusatz für bestehende Kunden als ein Neukundenprodukt. → Wettbewerb 2026

Quellen

Wettbewerb 2026 (Plattform-Schnittstelle, bestehende Anbieter) · DocFlow (technischer Kern der Vorprüfung)