Kernproblem beim Kunden: Website, Produktdaten und Kundenkorrespondenz müssen auf Deutsch, Französisch und oft Italienisch vorliegen. Und die Fachbegriffe stimmen von Version zu Version nicht.

Liefermuster: Strukturieren · Reifegrad: machbar

Zurückgestellt in der Besprechung vom 31.08.2026

Protokoll: „Google-Translator < SprachFlow > across & Co: Positionierung? Wo ist sinnvolle Lücke? Preislich konkurrieren wir gegen Deepl.com! Sonst zurückstellen.”

Der Einwand trifft eine Lücke in dieser Notiz: Sie grenzt rein funktional ab: „der Unterschied zu einem Übersetzungswerkzeug ist nicht die Übersetzung, sondern die Terminologieliste”. Ein Anbieter wird nirgends genannt, ein Preisvergleich nirgends geführt. Wer gegen ein Werkzeug für rund CHF 30 im Monat ein Band von CHF 490–890 monatlich stellt, braucht genau diesen Vergleich.

Die Position zwischen Gratis-Übersetzer und professionellem Übersetzungssystem ist zu finden, bevor der Baustein weiterverfolgt wird.

Die auffälligste Lücke im ganzen Katalog

Übersetzung ist mit 52 % die meistgenutzte KI-Anwendung in Schweizer KMU, vor Korrespondenz (47 %), Automatisierung (34 %) und Datenanalyse (32 %). Im 100er-Katalog kam sie nur als Teilaspekt von ContentFlow vor. In einem viersprachigen Land ist das eine echte Lücke. → Marktdaten Schweiz 2026

Gemeinsame Architektur: AnfrageFlow · Einheiten: Aufwandsmodell · Begriffe: Glossar


Was der Kunde sieht

Er gibt einen Text oder einen Produktdatensatz auf Deutsch. Zurück kommt der französische und italienische Entwurf, konsistent zur Terminologieliste seines Betriebs (der verbindlichen Liste seiner Fachbegriffe), mit markierten Stellen, an denen eine fachliche Prüfung nötig ist: Produktbezeichnungen, rechtliche Aussagen, Masse und Einheiten, Eigennamen.

Der Unterschied zu einem Übersetzungswerkzeug ist nicht die Übersetzung. Es ist die Terminologieliste, die Konsistenz über Versionen hinweg und der markierte Prüfbedarf.


Drei Beispiele aus der Praxis

Erfundene Betriebe, realistische Abläufe. Gedacht für das Kundengespräch: Sie zeigen, was sich im Alltag ändert, nicht, wie es technisch funktioniert.

Beispiel 1 · Maschinenbauer mit Westschweizer Kunden

Heute. Angebote, Betriebsanleitungen und Datenblätter müssen auf Französisch vorliegen. Das Übersetzungsbüro braucht zehn Tage, und je nach übersetzender Person heisst dieselbe Spannvorrichtung anders. Der Westschweizer Kunde hat das bereits reklamiert. Er dachte, es handle sich um zwei verschiedene Bauteile.

Mit dem Baustein. Zuerst entsteht aus den bestehenden Dokumenten eine Terminologieliste: welcher Fachbegriff wie übersetzt wird, welche Produktnamen unübersetzt bleiben, wie Masseinheiten geschrieben werden. Danach kommt zu jedem deutschen Text ein französischer Entwurf zurück, konsistent zu dieser Liste, mit markierten Stellen, die eine fachliche Prüfung brauchen.

Was der Betrieb davon hat. Der Verkäufer für die Westschweiz prüft einen Entwurf, statt ihn neu zu schreiben. Und dieselbe Vorrichtung heisst in jeder Version gleich.

Grenze: Sicherheitshinweise und Normtexte gehen weiterhin an die Fachübersetzung. Wir liefern Entwürfe, keine abgenommene Fachübersetzung.

Beispiel 2 · Onlineshop mit deutschem und französischem Auftritt

Heute. Rund 900 Artikel, der französische Shop ist halb gepflegt. Produktnamen sind mal übersetzt, mal nicht, Grössenangaben teils umgerechnet, teils nicht. Bei jeder Sortimentsrunde beginnt die Diskussion von vorn.

Mit dem Baustein. Die Terminologieliste hält fest, was nicht übersetzt wird: Markennamen, Modellbezeichnungen, Materialbezeichnungen des Herstellers. Die Prüfung stellt zusätzlich sicher, dass Zahlen, Masse und Eigennamen unverändert übernommen wurden.

Was der Betrieb davon hat. Nicht die Übersetzung ist der Gewinn, die kann jedes Werkzeug. Der Gewinn ist, dass die nächste Version dieselben Begriffe verwendet wie die letzte.

Grenze: Ohne eine muttersprachliche Person mit Freigabekompetenz kein Projekt. Das ist die härteste Voraussetzung dieses Bausteins, und sie ist nicht verhandelbar.

Beispiel 3 · Lebensmittelhersteller, dreisprachig

Heute. Website, Produktbeschreibungen, Verkaufsunterlagen und Etiketten müssen auf Deutsch, Französisch und Italienisch vorliegen. Alles geht an dieselbe Stelle, alles dauert gleich lang. Dabei ist das meiste davon Marketingtext und nur ein kleiner Teil heikel.

Mit dem Baustein. Der Korpus (die Textmenge, um die es geht) wird bewusst abgegrenzt: Website- und Verkaufstexte sowie Produktbeschreibungen ja. Deklaration, Allergene, Nährwerte und Sicherheitsangaben ausdrücklich nein. Die bleiben beim Spezialisten.

Was der Betrieb davon hat. Der grosse, unkritische Teil wird schnell und einheitlich. Der kleine, heikle Teil bekommt die Aufmerksamkeit, die er verdient, statt in der Masse mitzulaufen.

Grenze: Die Deklarationsangaben sind eine Stop-Regel, kein Aufpreis. Danach wird nicht verhandelt.


Was gegenüber AnfrageFlow anders ist

SchrittUnterschied
L1Statt eines Prozesses wird ein Textkorpus abgegrenzt: Website, Produktdaten, Vorlagen oder Korrespondenz, eines davon. Basiswert: Was kostet die Übersetzung heute, wie lange dauert sie, wie oft wird nachgebessert?
L2Eingang ist ein Export oder ein Ordner, kein laufender Kanal
L3Hier liegt der Schwerpunkt: die Terminologieliste. Fachbegriffe, Produktnamen, Anreden, Masseinheiten, was unübersetzt bleibt. Das ist Erics Fachlichkeit. Ohne diese Liste ist das Ergebnis beliebig
L4Übersetzen gegen die Terminologieliste, mit Kontextangabe zu Branche, Zielgruppe und Tonalität
L5Zusätzliche Prüfungen: Wurden Zahlen, Masse und Eigennamen unverändert übernommen? Wurde ein Begriff gegen die Liste übersetzt? Wurde ein Satz hinzuerfunden? Letzteres ist der gefährlichste Fehler
L6Freigabe durch eine muttersprachliche Fachperson. Ohne sie kein Projekt. Das ist die härteste Voraussetzung dieses Bausteins
L8Getestet wird gegen einen Referenzsatz bereits übersetzter Texte des Kunden, falls vorhanden
L9Zusätzlich: Wer pflegt die Terminologieliste weiter?

Aufwand

ManuelEricZusammen
MVP (Terminologieformat, Prüfregeln, Ablauf)0.75–1.5 PT1.25–2.5 PT2–4 PT
Erster Kunde0.25–0.5 PT1.25–2 PT1.5–2.5 PT
Wiederholung0.15–0.25 PT0.85–1.25 PT1–1.5 PT
Laufender Betrieb0.1 PT0.2 PT0.3 PT / Monat
KlasseM

Erics Anteil ist der höchste im ganzen Katalog: mit KI-Unterstützung rund 70 %, weil nur der technische Teil schrumpft. Die Arbeit ist sprachlich und terminologisch, nicht technisch. Das hat Folgen für den Verteilungsschlüssel. → Offene Entscheidungen Punkt 2 · Setzung, nicht validiert.

Preisbänder

WegPaketBand
A · FixpreisTerminologie-Aufbau plus ein KorpusCHF 2’900–4’900
B · MonatlichLaufende Übersetzung mit Pflege der ListeCHF 490–890 / Monat

Drittkosten: Modellkosten. Ein Sprachpaar auf einer mittleren Website liegt im niedrigen zweistelligen Frankenbereich pro Durchlauf. → Kosten Dritter 2026

Variationen

VarianteZusatzWann
Drittes Sprachpaar (IT)+1–1.5 PTTessin oder Export
Englisch für Export+1 PTIndustrie, Zulieferer
Produktdaten statt Fliesstext+1–2 PTVerbindung zu ContentFlow
Rückschreiben in Website oder Shop+2–3 PTRechte und Freigabe klären
Nur Terminologieliste aufbauen−2 PTKunde übersetzt selbst weiter

Voraussetzungen

  • Eine muttersprachliche Fachperson je Zielsprache mit Freigabekompetenz. Ohne sie kein Projekt
  • Vorhandene übersetzte Texte als Referenz, falls es welche gibt
  • Ein abgegrenzter Korpus, nicht „die ganze Website und alles andere auch”

Was ausdrücklich nicht enthalten ist

  • Abgenommene Fachübersetzung. Wir liefern Entwürfe, die geprüft werden
  • Beglaubigte oder rechtsverbindliche Übersetzungen
  • Übersetzung rechtlicher Texte, AGB oder Verträge
  • Übersetzung von Deklarations- und Sicherheitsangaben → siehe 14 Food und Getraenke
  • Verantwortung für sprachliche Qualität ohne muttersprachliche Freigabe

Stop-Regeln

  • Es gibt keine muttersprachliche Prüfperson und der Kunde will trotzdem veröffentlichen
  • Es geht um Verträge, AGB oder rechtsverbindliche Texte
  • Es geht um Deklarations-, Sicherheits- oder Konformitätsangaben
  • Der Kunde will die Entwürfe ungeprüft publizieren

→ Grenzen und Stop-Regeln

Quellen

Marktdaten Schweiz 2026 (52 % Übersetzung als meistgenutzte Anwendung) · ContentFlow