Kernproblem beim Kunden: Produktdaten und Assets (Bilder, Dokumente, Medien) sind unvollständig oder uneinheitlich. Was fehlt, fällt erst auf, wenn ein Kunde fragt oder der Artikel nicht verkauft wird.
Reifegrad: machbar, mit Vorbehalt. Die Architektur deckt es ab. Der Bericht führt diese
Achse als die schwer kopierbare Position. Eric selbst stuft sie auf Priorität 3 und schreibt
zum nötigen Kundenzugang: „habe ich im Moment nicht, müssten wir uns erarbeiten”.
→ Erics Rückmeldungen · Offene Entscheidungen
Gemeinsame Architektur: AnfrageFlow · Einheiten: Aufwandsmodell · Begriffe: Glossar
Was der Kunde sieht
Ein Händler exportiert 20–30 Artikel aus seinem System und legt die Lieferantenunterlagen dazu. Zurück kommt eine Freigabetabelle: welche Pflichtfelder fehlen, welche Einheiten oder Varianten sich widersprechen, welche Beschreibungen und Metadaten als Entwurf vorbereitet wurden, jeweils mit der Quelle, aus der der Entwurf stammt.
Produktmanagement, Einkauf oder Marketing prüft und gibt frei. Zurückgeschrieben wird nur, wenn Schnittstelle, Rechte und Freigabeschritt im Piloten klar definiert sind.
Drei Beispiele aus der Praxis
Erfundene Betriebe, realistische Abläufe. Gedacht für das Kundengespräch: Sie zeigen, was sich im Alltag ändert, nicht, wie es technisch funktioniert.
Beispiel 1 · Sanitär-Grosshandel mit rund 4’000 Artikeln
Heute. Der Lieferant liefert einen PDF-Katalog und eine Excel-Liste. Bei jedem dritten Artikel fehlen die Masse, die Einheiten sind mal in Millimetern und mal in Zentimetern. Und was keine Beschreibung hat, wird im eigenen Shop nicht gefunden. Auffallen tut das, wenn ein Kunde anruft.
Mit dem Baustein. Für eine Produktfamilie, sagen wir Duscharmaturen, kommt eine Freigabetabelle zurück: welche Pflichtfelder fehlen, wo sich Einheiten oder Varianten widersprechen, und ein Beschreibungsentwurf je Artikel mit Angabe der Seite im Lieferantendatenblatt, aus der er stammt.
Was der Betrieb davon hat. Der Einkauf sieht in einer Stunde schwarz auf weiss, was der Lieferant schuldig geblieben ist. Diese Liste ist oft mehr wert als die Texte selbst.
Grenze: Kein technischer Wert ohne Quelle. Erfundene Masse oder Anschlusswerte wären hier der gefährlichste Fehler, weil sie direkt in den Shop wandern.
Beispiel 2 · Onlineshop für Outdoor-Ausrüstung, rund 900 Artikel
Heute. Die Beschreibungen sind von den Herstellerseiten übernommen, in drei verschiedenen Tonlagen. Materialangaben fehlen mal, Grössenangaben widersprechen sich. Ein spürbarer Teil der Retouren wird mit „entspricht nicht der Beschreibung” begründet.
Mit dem Baustein. Zuerst entsteht ein Attributmodell, also die Liste der Merkmale, die bei einer Jacke immer dastehen müssen: Material, Passform, Gewicht, Saison, Wassersäule. Danach zeigt die Freigabetabelle je Artikel die Lücken und einen Entwurf, jeweils mit Quelle.
Was der Betrieb davon hat. Der Retourengrund lässt sich zum ersten Mal gezielt angehen, statt als Fixkosten zu gelten.
Grenze: Keine Preise, keine Konformitäts- oder Sicherheitsangaben. Und nichts geht in den Shop, was nicht jemand fachlich freigegeben hat.
Beispiel 3 · Werkzeughersteller mit eigenem Vertrieb
Heute. Produktangaben existieren dreifach: im ERP, auf der Website und in den Word-Datenblättern des Verkaufs. Fragt ein Kunde nach einem Anzugsmoment, bekommt er je nach Quelle eine andere Antwort. Niemand weiss, welche stimmt.
Mit dem Baustein. Für eine Produktfamilie werden die drei Quellen gegeneinander gestellt. Das Ergebnis ist eine Abweichungsliste: Bei diesen elf Artikeln widersprechen sich ERP und Datenblatt, und zwar hier, mit Fundstelle. Dazu die Entwürfe für die fehlenden Angaben.
Was der Betrieb davon hat. Die Abweichungsliste ist der eigentliche Gewinn. Sie beantwortet eine Frage, die im Betrieb seit Jahren offen ist und die nie jemand systematisch gestellt hat.
Grenze: Wir melden die Abweichung, wir entscheiden sie nicht. Welcher Wert richtig ist, sagt die Technik.
Was gegenüber AnfrageFlow anders ist
| Schritt | Unterschied |
|---|---|
| L1 | Statt einer Anfrageart: eine Produktfamilie. Basiswert: Wie viele Artikel sind heute unvollständig, wie lange dauert die Pflege eines Artikels? |
| L2 | Eingang ist ein Datenexport (CSV/Excel) plus Lieferantendokumente und Bilder. Kein laufender Kanal, sondern ein Stapel |
| L3 | Hier liegt der Schwerpunkt, und hier führt Eric. Statt einer Feldliste entsteht ein Attributmodell: Pflichtfelder, Einheiten, Varianten, Taxonomie (Begriffsordnung), Terminologie. Das ist Fachlichkeit, keine Technik. Deshalb ist Erics Anteil hier am höchsten |
| L4 | Zwei Aufgaben statt einer: Datenlücken erkennen und Entwürfe erzeugen. Entwürfe nur aus freigegebenen Quellen, nie aus dem Wissen des Modells |
| L5 | Zusätzliche Prüfung: Steht jede Aussage im Entwurf in einer freigegebenen Quelle? Erfundene technische Werte sind hier der gefährlichste Fehler, weil sie in einen Shop wandern |
| L6 | Die Freigabetabelle ist das Produkt, nicht nur die Zwischenstufe. Sie braucht eine Spalte für die Quelle jedes Vorschlags |
| L7 | Der kritische Punkt. Rückschreiben in ein Produktivsystem ist ein Rechte- und Freigabeproblem, kein technisches. Im Piloten standardmässig kein Rückschreiben, nur die Tabelle |
| L8 | Beurteilt wird von der Fachperson, nicht technisch. Mehrsprachigkeit braucht eine Terminologieliste, sonst driftet die Fachsprache |
Aufwand
| Manuel | Eric | Zusammen | |
|---|---|---|---|
| Erstbau | 1.5–3 PT | 3–4.5 PT | 4.5–7.5 PT |
| Erstbau + Luft (25 %) | 5.5–9.5 PT | ||
| Wiederholung | 1.25–1.75 PT | 2.25–2.75 PT | 3.5–4.5 PT |
| Wiederholung + Luft (15 %) | 4–5 PT | ||
| Klasse | M (Erstbau) · S–M (Wdh.) |
Preis laut Produktleiter: CHF 5’900, 4 Wochen.
Der auffällige Unterschied: Erics Anteil liegt hier bei rund 60 %, beim AnfrageFlow bei rund 45 %. Mit KI-Unterstützung verschiebt sich das Verhältnis weiter zu Eric, weil nur der technische Teil schrumpft. Das hat direkte Folgen für den Verteilungsschlüssel, den Eric vorgeschlagen hat. Wird ContentFlow das Hauptprodukt, verschiebt sich die Marge deutlich. → Offene Entscheidungen
Mit Rückschreiben in PIM oder Shop: +1.5–2.5 PT und ein eigener Freigabeschritt. Nur nach einem gelieferten Piloten, nie im Starter.
Voraussetzungen zusätzlich zu AnfrageFlow
- Ein Datenexport von 20–30 Artikeln, der repräsentativ ist, nicht die gepflegten Vorzeigeartikel
- Freigegebene Lieferantenquellen, aus denen Entwürfe stammen dürfen
- Eine Person mit Freigabekompetenz für Produktinhalte, nicht nur mit Fachwissen
Was ausdrücklich nicht enthalten ist
Zusätzlich zur Liste in AnfrageFlow:
- Vollständige Einführung eines Produktdaten- oder Asset-Systems
- Unbeschränkte Sortimentsbereinigung
- Rechtliche Produktfreigaben oder Konformitätsprüfungen
- Technische Spezifikationsprüfung
- Preisfreigaben
- Professionelle Übersetzungsabnahme
Stop-Regeln zusätzlich
- Die Entwürfe sollen ohne fachliche Freigabe direkt in einen Shop
- Es geht um Angaben mit Konformitäts-, Sicherheits- oder Deklarationspflicht
- Preise sollen automatisiert gesetzt oder übernommen werden
Quellen
Der Gesamtbericht Kap. 6.1 und 7.7 Variante A.