Kernproblem beim Kunden: Der Handwerker ist auf der Baustelle, das Telefon klingelt, niemand geht ran — und der Anrufer wählt die nächste Nummer.

Muster: Sprechen · Reifegrad: ungeklärt — technisch machbar, aber Schweizerdeutsch, Aussenwirkung und ein bereits besetzter Markt sind ungeklärt.

Der unbequeme Befund

Handwerksbetriebe verpassen Anrufe, nicht E-Mails. Unser Pilotangebot für Priorität 1 setzt am E-Mail-Postfach an. Mehrere Schweizer Anbieter setzen bereits am Telefon an — mit publizierten Preisen. → Wettbewerb 2026 · Offene Entscheidungen

Einheiten: Aufwandsmodell · Preise: Preismodell


Was der Kunde sieht

Ein Anruf, der sonst ins Leere ginge, wird angenommen. Der Assistent begrüsst, fragt nach Anliegen, Ort, Dringlichkeit und Rückrufnummer — und legt einen strukturierten Eintrag an. Der Betrieb sieht am Abend eine nach Dringlichkeit sortierte Rückrufliste statt vier Nummern auf dem Display.

Bei freigegebenen Terminarten kann direkt ein Slot aus dem Kalender vergeben werden.


Die Regel, ohne die dieser Baustein die Positionierung bricht

Der Vault sagt: keine autonome Kundenkommunikation. Ein Assistent, der mit Endkunden spricht, steht dagegen. Die Auflösung ist eine harte Grenze in einem Satz:

Aufnehmen und qualifizieren ja. Zusagen nein.

Was das im Einzelnen erlaubt und verbietet, steht einmal und gilt auch für ChatFlow: → Grenzen und Stop-Regeln §3b

Für diesen Baustein kommt eine Besonderheit dazu: Termine dürfen gesetzt werden, aber ausschliesslich in vorab freigegebene freie Slots — nie nach eigener Einschätzung.


Die neun Schritte, angepasst

SchrittInhalt
L1Welche Anrufe? Nur ausserhalb der Bürozeiten, nur bei Besetzt, oder alle? Basiswert: wie viele Anrufe gehen heute verloren — die Telefonanlage weiss das oft
L2Rufnummer und Weiterleitung einrichten. Schweizer Nummer, Weiterleitungsregel, Notfallpfad
L3Gesprächsleitfaden und Zielfelder: Anliegen, Ort, Dringlichkeit, Rückrufnummer, Zeitfenster
L4Gesprächsführung aufbauen, Sprachmodell und Stimme wählen, Schweizerdeutsch-Verstehen testen
L5Schutzregeln: keine Preise, keine Termin- oder Lieferzusagen, Abbruch und Übergabe bei Unsicherheit
L6Rückrufliste als Freigabestufe. Bei Terminbuchung: nur freigegebene Slots
L7Ausgabe: Eintrag in der Liste, Benachrichtigung, gegebenenfalls Kalendereintrag
L8Der aufwendigste Schritt. Testanrufe mit echten Dialekten, Nebengeräuschen, verärgerten Anrufenden, Notfällen. Erics Vorschlag: eigene Testanrufe, die alle Eventualitäten abdecken
L9Übergabe, Ansageregeln, Eskalationspfad, Auswertung gegen den Basiswert

Aufwand

ManuelEricZusammen
MVP (Plattform, Gesprächsführung, Schutzregeln, Dialekttests)2–4 PT1–2 PT3–6 PT
Erster Kunde1–2 PT1–1.5 PT2–3.5 PT
Wiederholung1–2 PT1 PT2–3 PT
Laufender Betrieb0.3 PT0.2 PT0.5 PT / Monat
KlasseM

Der Testaufwand ist hier höher als bei jedem anderen Baustein und schrumpft am wenigsten — es müssen echte Anrufe geführt und von Menschen beurteilt werden. Nach dem Aufbau ist der Test der grösste verbleibende Posten. → Aufwandsmodell · Setzung, nicht validiert.

Preisbänder

WegPaketBand
A · FixpreisEinrichtungCHF 2’900–6’900
B · MonatlichBetrieb und OptimierungCHF 290–590 / Monat

Marktbeleg: Schweizer Anbieter publizieren Setup CHF 2’500–8’000 und Betrieb CHF 150–600 monatlich, Wartung ab CHF 200 monatlich. → Wettbewerb 2026 · unsere Bänder sind Setzungen.

Drittkosten — hier besonders wichtig:

Voll gerechnet USD 0.13–0.32 je Gesprächsminute. Die beworbenen 0.05–0.07 enthalten weder Telefonie noch Spracherkennung noch Sprachmodell. Bei 200 Anrufen à 2 Minuten sind das rund USD 100 im Monat plus Rufnummer. Diese Zahl gehört ins Angebot.Kosten Dritter 2026

Variationen

VarianteZusatzWann
Nur Annahme und Notiz, ohne Terminbuchung−2 PTVorsichtiger Einstieg. Empfohlen für den ersten Kunden
Terminbuchung in freigegebene Slots+2–3 PTKalenderanbindung nötig
Rückrufpriorisierung nach Dringlichkeit+1 PTNotfalldienste
Nur Randzeiten statt rund um die Uhr−1 PTGeringeres Risiko, geringerer Nutzen
Zweisprachig DE/FR+1–2 PTSprachFlow
Mehrkanal mit Formular und Nachrichten+2–4 PTErics Vorschlag → AnfrageFlow

Voraussetzungen

  • Eine Rufnummer, die weitergeleitet werden darf, und Zugriff auf die Telefonanlage
  • Eine benannte Person, die die Rückrufliste täglich abarbeitet — sonst entsteht nur eine Liste, die niemand liest
  • Bei Terminbuchung: ein Kalender mit klar freigegebenen Slotarten
  • Bereitschaft, Testanrufe mit echten Dialekten durchzuführen

Was ausdrücklich nicht enthalten ist

  • Preis-, Termin- oder Lieferzusagen durch den Assistenten
  • Beratung zum Anliegen des Anrufenden
  • Notfalltriage jeder Art
  • Zusicherung, dass jeder Anruf korrekt verstanden wird
  • Ersatz der Telefonanlage
  • Ausgehende Anrufe oder Akquise

Stop-Regeln

  • Der Betrieb hat Notfalldienst und der Assistent müsste Dringlichkeit medizinisch oder sicherheitsrelevant beurteilen
  • Der Kunde will, dass der Assistent verbindlich zusagt
  • Der Kunde will verschweigen, dass ein Assistent spricht
  • Es gibt niemanden, der die Rückrufliste bearbeitet

Grenzen und Stop-Regeln

Offen

  • Schweizerdeutsch. Anbieter geben an, Schweizerdeutsch werde „in der Regel gut” verstanden, geantwortet wird auf Hochdeutsch. Für Oberaargauer Dialekt ist das ungeprüft. Vor jedem Angebot mit echten Testanrufen prüfen. offen
  • Plattformwahl noch nicht getroffen. offen
  • Widerspruch zur Positionierung ist mit der Regel oben aufgelöst — aber nicht entschieden. → Offene Entscheidungen

Quellen

Wettbewerb 2026 (Schweizer Anbieter, Preise, Schweizerdeutsch) · Kosten Dritter 2026 · Erics Rückmeldungen §8 (Mehrkanal-Vorschlag, eigene Testanfragen)