Kernproblem beim Kunden: Der Handwerker ist auf der Baustelle, das Telefon klingelt, niemand geht ran. Und der Anrufer wählt die nächste Nummer.
Liefermuster: Sprechen · Reifegrad: ungeklärt
Entschieden am 01.09.2026: Dieser Baustein wird nicht angeboten
Weder gebaut noch als zugekauftes Produkt eingerichtet. Die Recherche vom 01.09.2026 hat elf Schweizer Anbieter mit publizierten Monatspreisen von CHF 29 bis 2’800 erfasst, mehrere ganz ohne Einrichtungsgebühr und mit beworbenem Schweizerdeutsch. Unser kalkuliertes Setup von CHF 2’900–6’900 ist dagegen nicht durchsetzbar.
Die Notiz bleibt vollständig stehen: als Begründung, warum wir es nicht tun, und als Grundlage, falls sich der Markt ändert. → 06 Voice-Agents Schweiz · Pakete
Am 02.09.2026 zur Hälfte revidiert — Eric
„einen eigenen Voice-Agent bauen macht wirklich keinen Sinn, etwas zuverlässiges Einkaufen hingegen schon (Reseller-Konditionen?). Was wäre eine sinnvolle, nachgelagerte Prozess-Kette, die von uns kommt?”
„Nicht bauen” bleibt. „Auch nicht einrichten” ist zurückgenommen. Der Wert liegt nicht im Assistenten, sondern in dem, was mit dem Anruf danach passiert: aus der Rückrufliste wird eine strukturierte Anfrage, daraus eine Offert-Checkliste, daraus ein Eintrag im System. Das ist AnfrageFlow mit einem Telefoneingang davor.
Das deckt sich mit Grenzen und Stop-Regeln §3c (wo Standardsoftware die Aufgabe löst, anbinden statt nachbauen) und mit dem Integrator-Modell von avenios, das 06 Voice-Agents Schweiz bereits als gangbar beschreibt.
Drei offene Fragen, alle bei Manuel:
- Reseller- oder Partnerkonditionen (Bedingungen für den Wiederverkauf) bei den elf erfassten Anbietern? Der Vault sagt dazu bisher nichts. Es gibt im ganzen aktiven Vault keine einzige Aussage zu Wiederverkauf, Provision oder Partnerprogramm
- Wie sieht die nachgelagerte Kette konkret aus, und was davon existiert schon?
- Transkription: Kann ein Assistent, der Schweizerdeutsch versteht, das Gespräch auf Hochdeutsch verschriftlichen? Ohne das gibt es keine verwertbare Übergabe an einen Ablauf. Im Vault ist Transkription bisher nirgends behandelt. Spracherkennung steht nur als Grund, warum 30 Automationen auf
ungeklärtstehen. → Pendenzen
Der unbequeme Befund
Handwerksbetriebe verpassen Anrufe, nicht E-Mails. Unser Pilotangebot für Priorität 1 setzt am E-Mail-Postfach an. Mehrere Schweizer Anbieter setzen bereits am Telefon an, mit publizierten Preisen. → Wettbewerb 2026 · Offene Entscheidungen
Einheiten: Aufwandsmodell · Preise: Preismodell · Begriffe: Glossar
Was der Kunde sieht
Ein Anruf, der sonst ins Leere ginge, wird angenommen. Der Assistent begrüsst, fragt nach Anliegen, Ort, Dringlichkeit und Rückrufnummer und legt einen strukturierten Eintrag an. Der Betrieb sieht am Abend eine nach Dringlichkeit sortierte Rückrufliste statt vier Nummern auf dem Display.
Bei freigegebenen Terminarten kann direkt ein freies Zeitfenster (Slot) aus dem Kalender vergeben werden.
Drei Beispiele aus der Praxis
Erfundene Betriebe, realistische Abläufe. Gedacht für das Kundengespräch: Sie zeigen, was sich im Alltag ändert, nicht, wie es technisch funktioniert.
Beispiel 1 · Garage mit sieben Mitarbeitenden
Heute. In der Werkstatt ist es laut, das Telefon klingelt rund zwanzigmal am Tag, und angenommen wird etwa die Hälfte. Wer nicht durchkommt, wählt die nächste Garage. Das merkt der Betrieb nie, weil ein verpasster Anruf keine Spur hinterlässt.
Mit dem Baustein. Der Assistent nimmt ab, wenn niemand rangeht: Worum geht es (Service, Räderwechsel, Schaden, MFK), welches Fahrzeug, Kontrollschild, Rückrufnummer, wann erreichbar. Am Abend liegt eine nach Dringlichkeit sortierte Rückrufliste vor.
Was der Betrieb davon hat. Statt zwölf Nummern auf dem Display, bei denen niemand weiss, worum es ging, ruft der Chef sechs Leute gezielt zurück. Und er weiss vorher, wer davon einen Termin will und wer eine Panne hat.
Grenze: Kein Termin, kein Preis, kein Kostenvoranschlag. Auf „Was kostet ein Service A?” antwortet der Assistent, dass die Werkstatt zurückruft.
Beispiel 2 · Immobilienverwaltung mit Pikettdienst
Heute. Abends und am Wochenende läuft eine Pikettnummer auf den Anrufbeantworter. Mietende sprechen aufs Band, mal ohne Adresse, mal ohne Rückrufnummer, oft ohne zu sagen, ob Wasser läuft oder ob nur eine Lampe defekt ist. Der Pikettdienst hört morgens fünf Nachrichten ab, von denen eine wirklich dringend war.
Mit dem Baustein. Der Assistent nimmt an und fragt der Reihe nach: Liegenschaft, Wohnung, was ist passiert, Rückrufnummer. Bei vorab definierten Stichworten (Wasser, Gas, kein Strom, Personen im Lift eingeschlossen) stellt er sofort auf die Pikettnummer durch. Alles andere landet in der Liste für den nächsten Morgen.
Was der Betrieb davon hat. Der echte Notfall kommt schneller durch. Die anderen vier Anrufe stören nachts niemanden mehr.
Grenze: Der Notfallpfad ist eine vereinbarte Stichwortliste, keine Beurteilung durch die Maschine. Im Zweifel wird durchgestellt, nicht eingeschätzt.
Beispiel 3 · Physiotherapiepraxis mit drei Therapierenden
Heute. Während der Behandlung geht niemand ans Telefon. Terminanfragen, Verschiebungen und Absagen laufen ins Leere. Besonders ärgerlich sind die Absagen: Wird sie erst abends abgehört, bleibt der Termin am nächsten Morgen leer.
Mit dem Baustein. Der Assistent nimmt an und erfasst: neuer Termin, Verschiebung oder Absage, Name, Rückrufnummer, ärztliche Verordnung vorhanden ja/nein. Absagen erscheinen sofort oben in der Liste.
Was die Praxis davon hat. Eine kurzfristig frei gewordene Stunde kann noch am selben Tag neu besetzt werden. An diesem Punkt rechnet sich der Baustein, nicht an der Bequemlichkeit.
Grenze: Keine Auskunft zu Beschwerden oder Behandlungen, keine Einschätzung von Dringlichkeit aus gesundheitlicher Sicht. Der Assistent nimmt Terminanliegen auf, sonst nichts.
Die Regel, ohne die dieser Baustein die Positionierung bricht
Der Vault sagt: keine autonome Kundenkommunikation. Ein Assistent, der mit Endkunden spricht, steht dagegen. Die Auflösung ist eine harte Grenze in einem Satz:
Aufnehmen und qualifizieren ja. Zusagen nein.
Was das im Einzelnen erlaubt und verbietet, steht einmal und gilt auch für ChatFlow: → Grenzen und Stop-Regeln §3b
Für diesen Baustein kommt eine Besonderheit dazu: Termine dürfen gesetzt werden, aber ausschliesslich in vorab freigegebene freie Slots, nie nach eigener Einschätzung.
Die neun Schritte, angepasst
| Schritt | Inhalt |
|---|---|
| L1 | Welche Anrufe? Nur ausserhalb der Bürozeiten, nur bei Besetzt, oder alle? Basiswert: wie viele Anrufe gehen heute verloren. Die Telefonanlage weiss das oft |
| L2 | Rufnummer und Weiterleitung einrichten. Schweizer Nummer, Weiterleitungsregel, Notfallpfad |
| L3 | Gesprächsleitfaden und Zielfelder: Anliegen, Ort, Dringlichkeit, Rückrufnummer, Zeitfenster |
| L4 | Gesprächsführung aufbauen, Sprachmodell und Stimme wählen, Schweizerdeutsch-Verstehen testen |
| L5 | Schutzregeln: keine Preise, keine Termin- oder Lieferzusagen, Abbruch und Übergabe bei Unsicherheit |
| L6 | Rückrufliste als Freigabestufe. Bei Terminbuchung: nur freigegebene Slots |
| L7 | Ausgabe: Eintrag in der Liste, Benachrichtigung, gegebenenfalls Kalendereintrag |
| L8 | Der aufwendigste Schritt. Testanrufe mit echten Dialekten, Nebengeräuschen, verärgerten Anrufenden, Notfällen. Erics Vorschlag: eigene Testanrufe, die alle Eventualitäten abdecken |
| L9 | Übergabe, Ansageregeln, Eskalationspfad, Auswertung gegen den Basiswert |
Aufwand
| Manuel | Eric | Zusammen | |
|---|---|---|---|
| MVP (Plattform, Gesprächsführung, Schutzregeln, Dialekttests) | 2–4 PT | 1–2 PT | 3–6 PT |
| Erster Kunde | 1–2 PT | 1–1.5 PT | 2–3.5 PT |
| Wiederholung | 1–2 PT | 1 PT | 2–3 PT |
| Laufender Betrieb | 0.3 PT | 0.2 PT | 0.5 PT / Monat |
| Klasse | M |
Der Testaufwand ist hier höher als bei jedem anderen Baustein und schrumpft am wenigsten. Es müssen echte Anrufe geführt und von Menschen beurteilt werden. Nach dem Aufbau ist der Test der grösste verbleibende Posten. → Aufwandsmodell · Setzung, nicht validiert.
Preisbänder
| Weg | Paket | Band |
|---|---|---|
| A · Fixpreis | Einrichtung | CHF 2’900–6’900 |
| B · Monatlich | Betrieb und Optimierung | CHF 290–590 / Monat |
Marktbeleg: Schweizer Anbieter publizieren Setup CHF 2’500–8’000 und Betrieb CHF 150–600 monatlich, Wartung ab CHF 200 monatlich. → Wettbewerb 2026 · unsere Bänder sind Setzungen.
Drittkosten, hier besonders wichtig:
Voll gerechnet USD 0.13–0.32 je Gesprächsminute. Die beworbenen 0.05–0.07 enthalten weder Telefonie noch Spracherkennung noch Sprachmodell. Bei 200 Anrufen à 2 Minuten sind das rund USD 100 im Monat plus Rufnummer. Diese Zahl gehört ins Angebot. → Kosten Dritter 2026
Variationen
| Variante | Zusatz | Wann |
|---|---|---|
| Nur Annahme und Notiz, ohne Terminbuchung | −2 PT | Vorsichtiger Einstieg. Empfohlen für den ersten Kunden |
| Terminbuchung in freigegebene Slots | +2–3 PT | Kalenderanbindung nötig |
| Rückrufpriorisierung nach Dringlichkeit | +1 PT | Notfalldienste |
| Nur Randzeiten statt rund um die Uhr | −1 PT | Geringeres Risiko, geringerer Nutzen |
| Zweisprachig DE/FR | +1–2 PT | → SprachFlow |
| Mehrkanal mit Formular und Nachrichten | +2–4 PT | Erics Vorschlag → AnfrageFlow |
Voraussetzungen
- Eine Rufnummer, die weitergeleitet werden darf, und Zugriff auf die Telefonanlage
- Eine benannte Person, die die Rückrufliste täglich abarbeitet. Sonst entsteht nur eine Liste, die niemand liest
- Bei Terminbuchung: ein Kalender mit klar freigegebenen Slotarten
- Bereitschaft, Testanrufe mit echten Dialekten durchzuführen
Was ausdrücklich nicht enthalten ist
- Preis-, Termin- oder Lieferzusagen durch den Assistenten
- Beratung zum Anliegen des Anrufenden
- Notfalltriage jeder Art
- Zusicherung, dass jeder Anruf korrekt verstanden wird
- Ersatz der Telefonanlage
- Ausgehende Anrufe oder Akquise
Stop-Regeln
- Der Betrieb hat Notfalldienst und der Assistent müsste Dringlichkeit medizinisch oder sicherheitsrelevant beurteilen
- Der Kunde will, dass der Assistent verbindlich zusagt
- Der Kunde will verschweigen, dass ein Assistent spricht
- Es gibt niemanden, der die Rückrufliste bearbeitet
Offen
- Schweizerdeutsch. Anbieter geben an, Schweizerdeutsch werde „in der Regel gut” verstanden, geantwortet wird auf Hochdeutsch. Für Oberaargauer Dialekt ist das ungeprüft. Vor jedem Angebot mit echten Testanrufen prüfen. offen
- Plattformwahl noch nicht getroffen. offen
- Widerspruch zur Positionierung ist mit der Regel oben aufgelöst, aber nicht entschieden. → Offene Entscheidungen
Quellen
Wettbewerb 2026 (Schweizer Anbieter, Preise, Schweizerdeutsch) · Kosten Dritter 2026 · Erics Rückmeldungen §8 (Mehrkanal-Vorschlag, eigene Testanfragen)