Kernproblem beim Kunden: Mitarbeitende suchen zu lange nach internen Informationen, weil das Wissen auf mehrere Ablagen verteilt ist.

Reifegrad: machbar, mit deutlichem Vorbehalt — dies ist der einzige Baustein mit einem anderen technischen Kern. Die vier anderen strukturieren einen Eingang gegen ein Schema. Dieser sucht in einem Bestand und antwortet. Wer AnfrageFlow gebaut hat, hat diesen Baustein nicht grösstenteils mitgebaut.

Steht nicht in der Produktleiter und hat keinen Preis. offen

Einheiten: Aufwandsmodell · Freigabelogik: AnfrageFlow


Was der Kunde sieht

Ein Servicetechniker sucht eine Wartungsanweisung. Heute fragt er einen Kollegen oder blättert durch Handbücher.

Mit dem Piloten stellt er eine Frage und bekommt eine Antwort mit Fundstelle — Dokument, Seite, Abschnitt — und einer Angabe, wie sicher die Antwort ist. Findet das System nichts Belastbares, sagt es das, statt zu raten.


Warum dieser Baustein anders ist

SchrittUnterschied
L1Statt eines Prozesses wird ein Wissensgebiet abgegrenzt und ein Fragenkatalog von 20–30 echten Fragen erhoben. Ohne diesen Katalog gibt es kein Abnahmekriterium
L2Eingang ist kein Kanal, sondern ein Dokumentenbestand. Die entscheidende Frage ist nicht technisch, sondern organisatorisch: Welche Dokumente sind aktuell, freigegeben und dürfen von wem gesehen werden?
L3Kein Feldschema. Stattdessen: Quellenauswahl, Aufbereitung, Zerlegung und Indexierung. Der Aufwand hängt fast vollständig an der Ordnung beim Kunden — und die ist vor dem Prozess-Check unbekannt
L4Suchen und antworten statt extrahieren. Antwort ohne Fundstelle wird nicht ausgegeben — das ist die zentrale Regel dieses Bausteins
L5Prüfung auf Fundstellenpflicht und Unsicherheitsangabe. Ein „weiss ich nicht” ist ein korrektes Ergebnis, kein Fehler
L6Freigabe funktioniert anders: Nicht jede Antwort wird einzeln geprüft. Stattdessen bewertet eine Fachperson stichprobenweise und ergänzt die Wissensbasis
L8Getestet wird gegen den Fragenkatalog aus L1, plus Fragen, auf die es bewusst keine Antwort im Bestand gibt
L9Zusätzlich: Wer pflegt den Bestand danach? Ohne benannte Person veraltet die Basis innerhalb von Monaten

Aufwand

ManuelEricZusammen
Erstbau2–4 PT2–3 PT4–7 PT
Erstbau + Luft (25 %)5–9 PT
Wiederholung1.5–2 PT1.5–2 PT3–4 PT
Wiederholung + Luft (15 %)3.5–4.5 PT
KlasseM (Erstbau) · S–M (Wdh.)

Diese Schätzung ist unsicherer als die anderen. Bei den vier Schema-Bausteinen ist der Aufwand vom Kunden weitgehend unabhängig. Hier hängt er an der Ablagequalität — und die schwankt zwischen „sauber sortiertes Laufwerk” und „vier Ablagen, drei Versionen pro Dokument”. Der Prozess-Check muss das vor jeder Offerte klären. Andernfalls +2 PT und mehr.

Voraussetzungen zusätzlich

  • Ein kuratierter, aktueller Dokumentenbestand — nicht ein gewachsenes Laufwerk
  • Geklärte Zugriffsrechte: wer darf welches Dokument sehen? Der Bestand darf nie umfassender indexiert werden als die Rechte des Fragenden
  • 20–30 echte Fragen aus dem Alltag, vor Projektstart
  • Eine benannte Person, die die Wissensbasis nach der Übergabe pflegt

Was ausdrücklich nicht enthalten ist

  • Aufräumen, Konsolidieren oder Versionieren des Dokumentenbestands
  • Indexierung eines gesamten Firmenlaufwerks oder Mandanten
  • Rollen- und Rechtekonzepte
  • Garantie auf Vollständigkeit oder Richtigkeit der Antworten
  • Rechts-, Steuer-, Medizin- oder Personalauskünfte

Stop-Regeln zusätzlich

  • Der Bestand enthält besonders schützenswerte Personendaten
  • Es gibt keine geklärten Zugriffsrechte
  • Der Kunde erwartet Antworten ohne Prüfung als verbindliche Auskunft
  • Der Bestand ist erkennbar veraltet oder widersprüchlich — dann ist das Problem nicht die Suche

Grenzen und Stop-Regeln

Einordnung

Nicht als erster Pilot bei einem neuen Kunden. Der Nutzen ist schwer vorher messbar, die Qualität hängt an Faktoren ausserhalb unserer Kontrolle, und ein enttäuschender Wissensassistent beschädigt das Vertrauen für alle weiteren Bausteine. Sinnvoll als zweites Projekt bei einem Kunden, dessen Ablage man aus dem ersten Piloten bereits kennt.

Quellen

Der Gesamtbericht Kap. 6.1 und Kap. 8.10 (Dateisuche bei kleiner kuratierter Basis).